Legende des Bundesladendenkmals

Mit den Legenden von monumentalen Denkmälern sind oft unglaubliche Geschichten verbunden. Das ist auch im Falle des Bundesladendenkmals nicht anders.

Protagonisten:

György Weingasser, Soldat der örtlichen Ganison

Kardinal Philipp Sinzendorf, Bischof von Győr

Graf Althan Grundaker, Kommandant der Burggarnison

Der römisch-deutsche Kaiser Karl VI., Karl III. König von Ungarn

Soldaten der Wache des Donautors

Ein Soldat, der 1729 des Ehebruchs, falschen Namengebrauchs und der Bigamie angeklagt wurde, wollte dem Gesetz entkommen, indem er bei den Jesuiten Unterschlupf suchte – im heutigen Ordenshaus der Benediktiner auf dem Széchenyi-Platz.

Der Burgkommandant verlangte seine Auslieferung, jedoch verweigerte ihm der Dekan diese.

Das Militär setzte das Gebäude unter Quarantäne und verhinderte so dessen Lebensmittelversorgung.

Der Bischof wollte den Soldaten unter seinen eigenen Schutz stellen und in den Dom retten. Dazu schien eine kleinere Prozession nach Fronleichnam, die von der Benediktinerkirche auf dem Széchenyi-Platz in den Dom verlief, hervorragend geeignet zu sein.

Der Soldat wurde in der Kleidung eines Messdieners unter den Prozessionsteilnehmern versteckt. Aber die Wache des Donautors erkannte ihn am Fuße des Kapitelhügels – an der Stelle des heutigen Denkmals – und fiel über ihn her.

In der Rangelei schlug man dem Bischof die Monstranz, die das Altarsakrament enthielt, aus der Hand. Die Monstranz zerbrach natürlich, ihr Inhalt wurde zertrampelt.

Nach diesem skandalösen Sakrileg ordnete der König selbst die Errichtung eines Denkmals an, um Gott zu versöhnen. Darum geht es in dem lateinischen Text auf dem Bundesladendenkmal, das zwei Jahre nach dem Zwischenfall fertiggestellt wurde.

Und warum gerade die Bundeslade?

An Fronleichnam wurden Christi Leib und Blut gefeiert. Die Bundeslade war in Darstellungen eines der häufigsten Assoziationselemente, denn sie symbolisierte das Zeugnis von der Gegenwart Gottes.

Und natürlich war das auch praktisch: Der Legende nach wurden die aus dem Staub zusammengelesenen Hostienreste und die durch die auf sie gefallenen Stücke geheiligte Erde in die Bundeslade gelegt.

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