Haus mit dem Stock im Eisen

Das Haus Nr. 4 in der Mitte der Westseite des Platzes ist eines der bemerkenswertesten Gebäude Győrs.

Und das nicht nur wegen seines einmaligen, zweistöckigen, zylindrischen Eckbalkons, sondern auch dank dem darunter stehenden einstigen Wahrzeichen. Zu dem Stamm, der mit Stahlplatten bedeckt und mit geschmiedeten Nägeln beschlagen ist, gehört eine der Legenden unserer Stadt.

Hierzulande kannte jeder den Wiener Eisenstock, den in der Nähe des Stephansdoms stehenden Stock im Eisen. Das nutzte Mátyás Zittrisch aus, als er 1829 diesen Stamm anfertigen ließ. Er ließ ihn vor einem anderen Haus des Platzes aufstellen, und als er dann vier Jahre später dieses Haus kaufte, ließ er den Stamm hierher bringen.

Das heute als Haus mit dem Eisenstock bekannte Gebäude existierte bereits im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war es noch einstöckig und befand sich im Besitz der Stadtrichter. Einer von ihnen war Orbán Gindl, er ließ es um eine Etage aufstocken.

Mátyás Zittrisch war Gewürzhändler, und als er 1833 das Gebäude kaufte, eröffnete er im Erdgeschoss sein Geschäft. Es gab wahrscheinlich niemanden, der den Laden nicht gefunden hätte, wenn er nach dem Eisenstock suchte.

Der Legende nach schlugen die hier vorbeiziehenden Handwerksburschen die Nägel in den Stamm. Das mag wohl für den in Wien auch zutreffen. Wahrschenlicher ist jedoch – und das beweisen die vielen gelichartigen Eisennägel und Platten –, dass Herr Zittrisch den Stamm mit diesen zusammen anfertigen ließ. Aber schließlich wurde der Stock im Eisen genauso zum Wahrzeichen seiner Stadt wie der in Wien.

Der Eingang des Gebäudes liegt nicht auf dem Platz, sondern in der Lajos-Stelzer-Straße. Auch hier ist ein kleiner geschlossener Balkon zu sehen. Nach der Restaurierung in den 1980-er Jahren zog hier die Imre-Patkó-Sammlung, eine ständige Ausstellung des Kunst- und Historischen Museums „Flóris Rómer“, ein.

 

 

 

 

 

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