Kapitelhügel

Der Kapitelhügel ist der älteste Kern Győrs, hier befand sich das Lager der Römer, Arrabona¸ hierher legte im 11. Jahrhundert Stephan I. den Sitz des Bistums und des Burgvogtes. Deshalb wurden hier die erste Kathedrale, die bischöflichen Gebäude und die zum Domkapitel gehörenden Häuser erbaut, nach denen das Viertel später seinen Namen erhielt.

Das gesamte heutige Gebiet entstand an der Stelle der einstigen mittelalterlichen Burg. Im 17–18. Jahrhundert zogen sich mehrere Straßen über das Gebiet des Kapitelhügels, die kleinen Gassen waren zur Donau hin offen, aber mit der Zeit wurden sie bebaut. Der heutige Kapitelhügel hat zwei Plätze (Vilmos-Apor-Platz und Gutenberg-Platz) und eine einzige Straße, die „Káptalandomb“ („Kapitelhügel“) heißt.

 

Der Vilmos-Apor-Platz ist der Teil, der zwischen der Südseite der Basilika und dem Kapitelhof liegt. Er war bis Mitte des 18. Jahrhunderts ein Friedhof.

Der Platz wurde 1940 in Gedenken an die Soldaten des Győrer Infanterieregiments in „Tizenkilencesek tere“ („Platz der Neunzehner“) umbenannt. In die Mauer der Südseite der Kathedrale wurde ein Relief eingelassen, das die Arbeit von Adorján Horváth ist, der auch die figuralen Teile des Cziráky-Denkmals schuf.

Seinen heutigen Namen erhielt der Platz von unserem seligen Märtyrerbischof Vilmos Apor. Der aus einer Siebenbürger Adelsfamilie stammende Priester wurde 1941 von Papst Pius XII. zum Bischof von Győr berufen. Das für seinen unerschütterlichen Glauben und den Schutz von Unschuldigen bekannte Kirchenoberhaupt verlor vier Jahre später sein Leben, als als die Russen Győr besetzten. Im Keller der Bischofsburg versteckte und beschützte er Frauen aus der Stadt vor den russischen Soldaten. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1997 selig. Sein Sarkophag aus rotem Marmor befindet sich in der Héderváry-Kapelle der Basilika. In der Bischofsburg gedenkt eine ständige Ausstellung seines Wirkens und Märtyrertums.

Muttergottes-Stein

Das gegenüber dem Haupteingang befindliche Werk aus Carrara-Marmor vom Tibor Szervátiusz gedenkt des 1000. Jahrestages der Staatsgründung Ungarns. Die Hauptszene stellt Stephan den Heiligen dar, wie er Maria unser Land darbringt, auf den beiden Seitenflügeln ist die Legende des Wunderhirsches dargestellt.

 

Relief des heiligen Ladislaus

Das Relief des Heiligen Ladislaus ist das Werk des Győrer Bildhauers Ferenc Lebó. Die Stadt ließ es 1995 aus Anlass seines 900. Todestages errichten.

Der Heilige Ladislaus ist hier auf dem Pferd, im Kampf zu sehen. Die Gegenwart des Engels erinnert uns gleich an mehrere Legenden über den „Athleten Gottes“. Bekam er doch der Legende nach von einem Engel die Weisung, mit welcher Heilpflanze seine Soldaten von der Pest geheilt werden können. Der Bilderchronik zufolge halfen ihm Engel bei Bratislava zum Sieg über Salamon. Seine letzte siegreiche Schlacht schlug er selbst in Engelsgestalt 200 Jahre nach seinem Tod auf der Seite der Siebenbürger gegen die Tataren.

Der Kapitelhügel wurde im Frühjahr 2020 dank seiner nationalen sakralen Schätze Nationale Gedenkstätte.

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